Königstiger im SMM Full-Reuenthal

 

 

Arbeiten am Turm

 

Nachdem wir im Herbst letzten Jahres noch Turm, Drehkranz und das hintere Geschützteil mit Bodenstück sandgestrahlt und rostschutzgrundiert hatten, entfiel der grösste Teil der Arbeit auch in der Wintersaison auf den Turm und seine Komponenten.

Zuerst wurde der Turm von innen und alle Teile für innen im Farbton hellelfenbein lackiert.

Uwe hat sich die meiste Zeit mit der Aufarbeitung und Zusammensetzung des zweiteiligen Zahnkranzes gekümmert, wobei die Kugellaufbahn poliert und 'Zahnbelag' entfernt wurde.

Nach Beendigung wurde der Zahnkranz wieder mit dem Turm verbunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Willi hat sich in akribischer Kleinarbeit der Komponenten angenommen, die von innen an die die Turmwände und die Decke montiert werden: Periskophalter, Halterung für eine Ladung zur Selbstzerstörung des Panzers, Auffangdämpfer für die Ladeluke mit Arretierungsmechanismus, drei Atemschlauchrohre, Verschluss für die Luke zum Patronenhüllenauswurf, Befestigungsrahmen für das Schutztuch an der Öffnung für das Geschützrohr vorn am Turm, Winkelspiegelhalter für den Ladeschützen, Stützrolle für den Rohrein- und Ausbau und die Ladeluke. Eine Vielzahl von Gewinden musste vorher bearbeitet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehen Sie auch die Bildergalerie 'Turm'.

 

Die grosse Ladeluke haben wir nach intensiver Diskussion auf der Innenseite auch hellelfenbein gestrichen. Obwohl es zahlreiche Bilder von Luken von innen in Tarnfarbe gibt, gab es auch Gegenbeispiele. So existierte Ende 1944 für eine kurze Zeit die Weisung, Luken nur in Rostschutzfarbe zu halten. Letztlich haben wir uns an einem Originalfoto von 2007 orientiert, welches nahelegt, dass unserer Luke innen auch hell war.

 

Nachdem die sieben Winkelspiegelhalter für die Kommandantenkuppel in langwieriger Arbeit aufbereitet wurden und die Kommandantenkuppel innen im Spiegelbereich wieder wie im Original schwarz gestrichen wurde, hat Uwe alles wieder zusammengesetzt und die Kuppel letztlich wieder aufgesetzt.

 

 

 

Nach Sandstrahlen der Rohrwiege von innen und aussen und einpassen des Rohres zur Probe haben wir festgestellt, dass das Rohr mittlerweile ein Spiel von ca. 2 mm hat, also im theoretischen Fall eines Schusses nicht mehr in der Lagerhülse glatt zurücklaufen würde. Wir haben uns deshalb entschlossen, die Lagerfläche zu lackieren statt zu fetten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei unserem Panzer fehlten die Rücklaufbremse und der Rohrvorholer. Die Rücklaufbremse ist prinzipiell ein Öldruckstossdämpfer, der den Rückstoss des Rohres beim Schuss bremst. Beim Rücklauf des Rohres nach dem Schuss wird im Rohrvorholer ein Luftvolumen komprimiert, welches beim Entspannen das Rohr hydraulisch zurück in die Ausgangslage für den nächsten Schuss bringt.

 

Beide Zylinder konnten wir von einem 8.8-Geschütz nehmen, welches wir schon seit Langem Im Museum haben. Da es im Gegensatz zum zweiteiligen Rohr unseres Tigers aber ein einteiliges Rohr ist und auch eine etwas andere Wiege hat, können wir es sowieso nicht gebrauchen.

 

Zur leichteren Handhabung haben wir das Öl herausgelassen. Interessanterweise haben wir gefunden, dass das Öl der Rücklaufbremse wasserlöslich ist, also kein Mineralöl, sondern wahrscheinlich ein Polyglykol.

 

Nach leichter Modifizierung an der Wiege passten die beiden Zylinder wie die Originale.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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